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Passt auf, auf wen ihr hört!

August 10, 2010

Als professionelle Kampfkunstlehrer ist es wichtig sich guten Rat zu suchen. In vielen Bereichen gibt es Experten, die davon mehr verstehen als wir. Deren Wissen gilt es zu nutzen. Doch Vorsicht, es gibt viele selbsternannte Experten, die uns gutgemeinte Ratschläge geben, obwohl sie selbst von der Materie keine Ahnung haben.

Oft sind es enge Verwandte, die weder selbstständig noch Kampfsportler sind, uns aber sagen wollen, wie wir unseren Job machen sollen. Oder die Eltern unserer Schüler, die uns gerne mit „konstruktiver Kritik“ weiterhelfen wollen. Und natürlich die alten Meister, deren Schulen noch nie erfolgreich waren: „Mach das so, und du wirst viele Schüler bekommen“, sagte mir mal ein Bekannter, der seit Jahren nicht mehr als 40 Mitglieder in seiner Schule hat.

Dabei ist es doch so einfach: Wer ein erfolgreicher Wettkämpfer werden will, orientiert sich an anderen erfolgreichen Wettkämpfern und deren Trainern. Wer ein guter Formenläufer sein möchte, tut sich mit anderen Formenläufern zusammen. Und wer eine erfolgreiche Kampfsportschule aufbauen möchte, fragt andere Profis, wie das geht.

Vor kurzem habe ich die Ausschreibung zu einem Lehrgang bekommen, der sich an professionelle Schulleiter richtet. Doch keiner der Referenten betreibt selbst eine wirklich erfolgreiche Schule. Da fällt mir ein Satz von Anthony Robbins ein: „Nimm keinen Rat von Leuten an, die weniger erfolgreich sind.’“

Ein anderes, positives Beispiel ist die MA Super Show, die Anfang Juli in Las Vegas stattfand. Die Referenten, die dort aufgetreten sich, zählen zu den erfolgreichsten Schulleitern der USA und sind gleichzeitig ausgezeichnete Kampfkünstler. Zum Beispiel Dave Kovar, der eine Kette von Schulen in Kalifornien betreibt. Seine Konzepte zur Trainerausbildung sind herausragend. Und Bill Clark aus Florida, Betreiber von über 40 Schulen, ist ebenfalls nicht nur ein ausgezeichneter Geschäftsmann, sondern auch einer der höchsten Lehrer der American Taekwondo Association. In so einem Umfeld mag leicht der Eindruck entstehen, es gehe „nur ums Geld“, aber das ist nicht der Fall. All diese Profis praktizieren die Kampfkünste auf einem sehr hohen Niveau. Doch sie achten auch auf den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Schulen – und helfen anderen Schulleitern gerne dabei, ebenfalls erfolgreich zu sein. Wenn euch also demnächst wieder jemand einen Ratschlag gibt, schaut erstmal, von wem dieser Tipp kommt und überlegt, ob derjenige wirklich in der Position ist, euch zu sagen, wo’s langgeht. Ihr lasst euch auch nicht von einem Weißgurt sagen, wie ein Yopchagi geht, oder?

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